Der Testberichter befasst sich 2009 besonders mit dem Thema „Geschenke für Liebende„. Denn Geschenk ist nicht gleich Geschenk. Oft sind wir uns der Botschaft hinter Geschenken gar nicht bewusst! Was sagt Ihr Geschenk aus? Welcher Anlass und welchen Wert hat Ihr Geschenk? Was ist Ihre Motivation bei der Auswahl? Womit können Sie der anderen Person wirklich eine Freude machen?
„Soziologieprofessor Helmuth Berking von der TU Darmstadt hat sich intensiv mit dem Thema Schenken beschäftigt – mit den begleitenden Ritualen und dahinter liegenden Motiven. Eines scheint ihm sicher: Schenken hat jenseits der Präsente etwas mit Liebe, Sympathie, Anerkennung und Vertrauen zu tun.
Doch Schenken ist keine einfache Sache. Man wandelt auf einem schmalen Grat. Denn Geschenke transportieren Botschaften und die zeigen auch, wie man einen anderen sieht oder gerne sehen möchte. Wer den zu Beschenkenden nicht aufmerksam wahrnimmt, tritt deshalb ganz schnell ins Fettnäpfchen. Manch einer nimmt es mit Humor, ein falsches Geschenk kann aber auch Beziehungen zerstören, statt sie zu festigen. Bekommt man etwas geschenkt, sagt Professor Berking, dann will man auch als derjenige, der man ist oder sein möchte, anerkannt werden.“
„Feingefühl ist nach Berkings Ansicht auch angebracht, wenn es um den materiellen Wert eines Geschenkes geht. Unbewusst schätzen viele beim Kaufen ab, was ihnen ihr Gegenüber schenken wird. Niemand will gerne in der Schuld des anderen stehen. Seine Zuneigung in Gold und Diamanten auszudrücken, kann sehr unangemessen sein.
Das passende Geschenk zu finden, ist beim Schenken eine der Hürden, die genommen werden muss. Sich angemessen über etwas zu freuen, die andere. Schenken ist nach Ansicht von Professor Berking eine Art Sprache, die erlernt werden muss. Der Nehmende müsse kleine Überraschungsrufe von sich geben, das verpackte Ding betasten und raten, was drin sein könnte. „Da spielen wir alle Theater“, meint der Soziologe aus Darmstadt. Aber wichtig und schön sei das alles schon:
„Wenn Sie jemanden für einen Augenblick glücklich machen, dann sind Sie möglicherweise auch für einen Augenblick glücklich. Und das ist die ganze Anstrengung schon wert.“" (Quelle: mdr.de)


